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Castlevania: Belmont’s Curse, die Rückkehr eines Erbes in den Händen derer, die es bereits verstanden haben
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Castlevania: Belmont’s Curse, die Rückkehr eines Erbes in den Händen derer, die es bereits verstanden haben

von The Games Market Redazione9. Oktober 2026

Es gibt Ankündigungen, die zu einem besonderen Zeitpunkt kommen, fast so, als hätte der Kalender beschlossen, mit den Entwicklern zusammenzuarbeiten. Castlevania: Belmont’s Curse ist eine davon.

Das neue Kapitel der historischen Konami-Saga erscheint am 15. Oktober 2026, genau in dem Jahr, in dem Castlevania sein vierzigjähriges Bestehen feiert. Es ist nicht nur ein Zufall des Kalenders: Konami hat dieses Jubiläum gewählt, um die Marke mit einem völlig neuen Projekt wieder ins Zentrum der Bühne zu rücken und es einem Studio anzuvertrauen, das schon vor der Übergabe der Schlüssel zu Draculas Schloss bewiesen hatte, dass es sehr gut weiß, was sich in seinem Inneren verbirgt.

Dieser Name ist Evil Empire, das französische Studio, das vor allem für seine Arbeit an Dead Cells bekannt ist. Und genau hier wird Belmont’s Curse besonders interessant. Denn Dead Cells ist nicht einfach nur eines von vielen modernen Spielen, die das Erbe der Metroidvania-Spiele aufgenommen haben: Es ist ein Titel, der die Tradition von Castlevania zu einer seiner wichtigsten Inspirationsquellen gemacht hat. Als Evil Empire und Motion Twin 2023 Dead Cells: Return to Castlevania entwickelten, war die Beziehung zu Konami bereits viel mehr als nur eine einfache kommerzielle Zusammenarbeit. Der DLC vereinte Richter Belmont, Alucard, Dracula, Maria Renard und eine ganze Sammlung von Waffen, Gegnern, Schauplätzen und Musikstücken aus der Saga und verwandelte sich damit in das, was die Entwickler selbst als einen echten Liebesbrief an Castlevania beschrieben.

Das noch bedeutsamere ist, dass Return to Castlevania sich nicht darauf beschränkte, ein paar ästhetische Anspielungen einzubauen. Die Waffen der Reihe wurden an das schnelle Kampfsystem von Dead Cells angepasst, während 12 klassische Stücke, darunter Vampire Killer und Bloody Tears, im musikalischen Stil des Spiels neu interpretiert wurden. Sogar die Struktur des DLC entstand aus dem Wunsch von Evil Empire, sich direkt mit den eigenen Wurzeln auseinanderzusetzen: Die Entwickler haben nämlich erzählt, wie Dead Cells stark von Symphony of the Night beeinflusst worden war, was die Zusammenarbeit mit Konami zu einer Art Rückkehr zu den Ursprüngen machte.

Und genau diese Erfahrung erklärt, warum Konamis Wahl für Belmont’s Curse weniger gewagt erscheint, als es vielleicht den Anschein hat. Nach Angaben von Konami und Evil Empire entstand der Übergang vom DLC zu einem völlig neuen Spiel schrittweise aus der Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen: Die ursprüngliche Idee war es, eine Hommage an Castlevania zu schaffen, doch das während der Entwicklung von Return to Castlevania aufgebaute Vertrauensverhältnis führte dazu, dass das Projekt zu etwas weitaus Ambitionierterem wurde. Konami nannte ausdrücklich die Leidenschaft von Evil Empire für die Serie und seine Erfahrung im Action-Genre als die wichtigsten Gründe für die Wahl.

Das Ergebnis soll also ein authentisches Castlevania sein, aber keine bloße Nostalgie-Übung. Belmont’s Curse ist im Jahr 1499 in Paris angesiedelt, 23 Jahre nach den Ereignissen von Castlevania III: Dracula’s Curse, und stellt zum ersten Mal Rose Belmont, die Tochter von Trevor Belmont, in den Mittelpunkt der Handlung. Die Protagonistin tritt das Erbe ihrer Familie an und findet sich dabei wieder, in den Straßen eines von den Kreaturen der Nacht verwüsteten Paris zu kämpfen, bis sie schließlich Draculas Schloss erreicht.

Es ist eine Prämisse, die es Evil Empire ermöglicht, gleichzeitig in die Vergangenheit und die Zukunft der Serie zu blicken. Einerseits finden wir die Kontinuität mit Castlevania III, andererseits eine völlig neue Figur und ein Setting, das der Saga ein anderes Bild als das traditionelle gotische Schloss verleiht. Paris wird tatsächlich zu einem integralen Bestandteil der Erkundung, mit Bezügen zu realen Orten und Architekturen, während die Peitsche Vampire Killer eine vielschichtigere Rolle übernimmt: nicht nur als Angriffswaffe, sondern auch als Mittel, um sich durch die Umgebung zu bewegen, zu schwingen, versteckte Bereiche zu erreichen und neue Wege zu entdecken.

Hier dürfte die mit Dead Cells gesammelte Erfahrung wohl am meisten den Unterschied machen. Das Ziel scheint nicht darin zu bestehen, mechanisch ein Castlevania der Vergangenheit neu zu erschaffen, sondern sich zu fragen, was es heute bedeutet, einen 2D-Actiontitel dieser Saga zu entwickeln. Flüssigere Bewegung, dynamischere Kämpfe, größere Freiheit im Umgang mit der Vampire Killer und eine um die Erkundung herum aufgebaute Struktur stellen den Versuch dar, die Formel zu modernisieren, ohne sie zu verfälschen. Konami hat nämlich darauf bestanden, die Essenz der Serie zu bewahren und gleichzeitig neue Elemente einzuführen.

Auch visuell scheint sich das Projekt entlang einer sehr interessanten Linie zu bewegen. Die Identität von Castlevania bleibt zutiefst gotisch, doch Belmont’s Curse nutzt eine modernere künstlerische Ausrichtung mit detailreichen Umgebungen und einer filmischeren Darstellung der Action. In diesem Sinne zeigt sich auch eine kuriose Verbindung zur animierten Netflix-Serie: Das Spiel ist narrativ nicht mit der Fernsehproduktion verknüpft, aber seine visuelle und filmische Grammatik blickt ebenfalls auf jene moderne Neuinterpretation des Franchise. Einige Sequenzen und Regieentscheidungen erinnern tatsächlich an den Ansatz des Anime und schaffen so einen besonders interessanten umgekehrten Weg: Diesmal ist es das Videospiel, das etwas aus der TV-Adaption einer eigenen Serie mitnehmen kann.

Die Verbindung mit Netflix wird noch deutlicher, wenn man auf die Sprecherriege blickt. Graham McTavish kehrt zurück, um Dracula zu verkörpern, nachdem er dem Fürsten der Finsternis bereits in der animierten Serie seine Stimme geliehen hatte, während Alejandra Reynoso erneut die Rolle von Sypha Belnades übernimmt. Zu ihnen gesellt sich JB Blanc als Trevor Belmont und, in einer weiteren überraschenden Rückkehr in die Vergangenheit, Liam O’Brien wieder als Isaac, eine Figur, die er vor über zwanzig Jahren in Castlevania: Curse of Darkness gespielt hatte.

Es ist also nicht nur ein nostalgischer Akt: Es ist fast eine Momentaufnahme der gesamten modernen Geschichte von Castlevania. Da sind die klassischen Videospiele, der Einfluss von Symphony of the Night und der zeitgenössischen Metroidvanias, die von Evil Empire mit Dead Cells gewonnene Erfahrung, der direkte Vorgänger von Return to Castlevania, die Netflix-Serie und sogar die Rückkehr eines Synchronsprechers, der mit einem von vielen Fans vergessenen Kapitel verbunden ist. Alles Elemente, die in einem einzigen Projekt zusammenlaufen.

Und in diesem Sinne erhält das vierzigjährige Jubiläum ein besonderes Gewicht. Konami hat Belmont’s Curse nicht als einfaches neues Kapitel vorgestellt, sondern als den ersten Baustein einer neuen Phase für die Serie. Die offizielle Botschaft des Produktionsteams spricht ausdrücklich vom Beginn von «zahlreichen neuen» Initiativen rund um Castlevania: eine Erklärung, die darauf hindeutet, dass die Rückkehr von Dracula und der Belmonts nur der Anfang von etwas Größerem sein könnte.

Das Timing könnte also nicht besser sein. Vierzig Jahre nach dem ersten Akumajō Dracula kehrt Castlevania mit einem völlig neuen Spiel zurück und setzt dabei auf ein Studio, das bereits bewiesen hatte, dass es dasselbe Erbe in etwas Modernes verwandeln kann. Return to Castlevania war die Hommage. Belmont’s Curse ist der Härtetest.

Und wenn es Evil Empire wirklich gelingt, die Geschwindigkeit und Präzision, die Dead Cells berühmt gemacht haben, mit der Atmosphäre, dem Erkundungsgefühl und der Identität zu verbinden, die den Mythos von Castlevania geprägt haben, dann könnte sich das vierzigste Jubiläum von einer bloßen Feier der Vergangenheit in den Beginn einer neuen Ära für die Saga verwandeln.

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The Games Market Redazione

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