Die Legende kennen wir alle, oder?
Hironobu Sakaguchi, der Schöpfer von Final Fantasy, erklärte, dass, wenn dieses Spiel, eben seine „letzte Fantasie“, keinen Erfolg gehabt hätte, dies das Ende für Squaresoft gewesen wäre.
Wie in den besten Science-Fiction-Romanen, in denen ein einzelnes Ereignis oder eine Abzweigung im Fluss der Zeit zu zwei parallelen und alternativen Realitäten führen kann, war Final Fantasy in diesem Universum nicht nur erfolgreich, sondern wurde zum Meilenstein der japanischen Rollenspiele.
Final Fantasy, heute in seiner sechzehnten Inkarnation angekommen, verdankt seinen weltweiten Erfolg vor allem der glücklichen Idee der europäischen Vertriebspartner, das repräsentativste Kapitel des Franchise zu lokalisieren, jenes Final Fantasy VII, das 1997 in Italien erschien, und der Welt den ikonischsten und badass-Helden der Serie zu schenken, den legendären Cloud Strife mit seinem Riesenschwert, sowie einen charismatischen und unvergesslichen Bösewicht wie Sephiroth.
Die Magie, die Final Fantasy zugrunde liegt, entzieht sich größtenteils technischen Parametern wie „Gameplay“ oder „Grafik“. Auch wenn dies wichtige Aspekte sind, zählt wirklich nur das, was die Saga auszeichnet: die Geschichte und wie sie erzählt wird.
Final Fantasy definierte neue Standards hinsichtlich der narrativen Struktur und hob sie auf so hohe Gipfel, dass es im Spieler, der sich ihr nähert, Geister kraftvoller Emotionen hervorruft.
Liebe, Freundschaft, Magie, Tod: Das sind nur einige der Themen, die in jedem Kapitel behandelt werden, jedes mit seinem eigenen Ansatz, aber mit einer einzigen bildhaften Vision: den Spieler an der Hand zu nehmen und ihn in einen magnetischen Wirbel aus Abenteuern und Wendungen, spektakulären Schlachten und epischen Konfrontationen zu ziehen, nicht nur mit dem Klang der Waffen als Begleitmusik.
Das Drehbuch spielt nämlich eine entscheidende Rolle: Die manische Sorgfalt der Entwickler beim Worldbuilding wird der grundlegenden Komplexität der Handlung gerecht, Intrigen und soziale Geflechte, die sich niemals vollständig in die starre Dichotomie von „Schwarz und Weiß“ einordnen lassen, gewährleisten ein totales Eintauchen in die Welt, die wir erkunden werden.
In Final Fantasy 10 sind Wälder und Städte beispielsweise noch heute ein Vorbild, an dem man sich bei der Schaffung bezaubernder Schauplätze orientieren kann, während der dreizehnte Teil unseren Blick in eine siderische, dystopische und hochtechnologische Zukunft lenkt.
Die Entwicklung von Final Fantasy ist nicht Selbstzweck, sondern erhebt sich zum Spiegel der Zeit, wie es nur ein Medienprodukt von hohem Niveau vermag: Die ersten Teile stehen noch unter dem Eindruck des Wettstreits mit Dragon Quest, einer antagonistischen Reihe, die mit dem Character Design von Akira Toriyama aufwartet (Dragon Ball kommt euch bekannt vor?) und stark auf ein ausgeprägt Fantasy-Setting mit Drachen, Monstern und den Kristallen setzt, die wir in allen Teilen wiederfinden werden.
Ab dem sechsten Kapitel kommt die eigentliche Wende: Die Düsternis der Geschichte geht Hand in Hand mit einer tiefgründigen und vielschichtigen Charakterisierung der Hauptfiguren, die Handlung berührt für jeden Menschen sensible Punkte, die Akzeptanz des Todes, aber nicht des eigenen Schicksals, und den Mut, für die Ideale zu kämpfen, an die man glaubt.
Das Ganze wird im siebten Kapitel großartig sublimiert werden und die finale Fantasie im Olymp der Videospielwerke weihen.
Final Fantasy ist also nicht nur ein Spiel, sondern vielmehr eine Reiseerfahrung zwischen Welten, die so weit voneinander entfernt und doch so nah sind, verbunden durch die Kontinuität von Themen und unverzichtbaren Grundpfeilern.
Es wird euch das Herz berühren, es auspressen und es euch dann zurückgeben. Ihr werdet Geld ausgegeben haben, gewiss, aber glaubt mir, wenn ich euch sage, dass ihr am Ende bereichert daraus hervorgeht.
Soll das die wahre Final Fantasy sein?